Durch Fasten abnehmen und gesund werden: Das große Basiswissen

Auch wenn Fasten seit letzten Jahren wieder mehr thematisiert ist, so ist es keine neue Erfindung. Wenn unsere Vorfahren – Sammler und Jäger – kein Tier erlegen konnten, fasteten sie. Forscher haben in den vergangenen Jahren erneut auf die gesundheitlichen Vorteile hingewiesen, die Fasten mit sich bringt. Diese reichen von Gewichtsverlust bis hin zu Vermeidung oder Verbesserung bestimmter Krankheiten. Durch Fasten abnehmen und gesund werden ist also für (fast) jeden möglich.

Hier biete ich eine Zusammenfassung der bekanntesten Ansätze, die sich für regelmäßiges Fasten aussprechen.

Vielleicht wirst du motiviert, ab und zu das Essen sausen zu lassen? Es kann sich lohnen.

Der Zusammenhang zwischen Fasten und dem Fettstoffwechsel

Sowohl Fett als auch Zucker werden als Energiequellen für den Körper benötigt. Dabei wird zuerst, da am schnellsten zur Verfügung stehend, Zucker verbraucht. Dieser wird durch die Nahrung und durch die Reserven (der Speicherzucker Glykogen) in Muskeln und Leber zur Verfügung gestellt.

Durch den Energieverbrauch sorgt das Hormon Glykagon für Nachschub aus der Reserve oder der Nahrung.

Ist der Zuckerspiegel im Blut hingegen zu hoch verschließt der „Gegenspieler“ des Glykagon, Insulin, die Energierücklagen (Fett- oder Zuckerdepots) und fördert vorrangig die Blutzuckerverwertung.

Dies heißt, dass die Fettdepots erst dann angegriffen werden, wenn die Blutzucker- und Speicherzuckerdepots aufgebraucht sind. Dies geschieht entweder durch hohe körperliche Anstrengung oder durch Fasten. Zitat (Quelle s.u.): 

„Erst dann ist der Körper gezwungen, seinen Stoffwechsel umzustellen und auf Fette zurückzugreifen. Die Leber beginnt dann verstärkt Fette in sogenannte „Ketokörper“ aufzuspalten und diese als Energiequelle für Gehirn, Muskeln und andere Organe zur Verfügung zu stellen (Ketose).“

Weil durch den niedrigen Blutzuckerspiegel kaum noch Insulin im Körper kreist, greifen wir auf die Fettdepots zurück und nehmen ab. Dabei kannst du den Fettstoffwechsel von nur 20% auf ganze 90% steigern! Was heißt das? Du kannst durch Fasten abnehmen!

Beim Fasten sparst du dir das ganze Kalorienzählen!

Der Körper reinigt sich selbst

Der zeitweilige Verzicht auf Essen bringt nicht nur ein besseres Wohlbefinden mit sich. Nun weißt du, dass du durch Fasten abnehmen kannst.

Aber abgesehen davon, lernst du zwischen Hunger und Appetit zu unterscheiden, Essen mehr zu würdigen und auf den Körper zu hören.

Und wenn das noch nicht reicht, beginnt im Körper eine Selbstreinigung (Autophagie).

Diese haben interessante Auswirkungen auf den Körper. Und auch, wenn die Selbstreinigung schon in anderen unserer Beiträge thematisiert wurde, gibt es hier nochmal das Wichtigste in Kürze (da ich nicht weiß, ob du die Beiträge kennst.

Hier kannst du beispielsweise erfahren, wie Fasten hilft, Alzheimer und Demenz vorzubeugen).

Durch Fasten abnehmen
Fasten reinigt und entfernt erkranke Zellen und macht Platz für Neue. Alzheimer und Demenz werden vorgebeugt. Foto: kalhh, über: Pixabay

Auswirkungen auf den Körper

  • Entsorgung beschädigter Zellbestandteile und fehlerhafter Eiweiße, die in Verdacht stehen Alzheimer auszulösen. Diese kranken Zellen und Zellbruchstücke werden dann wiederum als Energielieferant umgewandelt. Möglich machen das Moleküle wie Spermidin oder Sirtuin-1, welches Entzündungen unterdrückt und gleichzeitig die Stressresistenz von Zellen erhöht.
  • Studien ergeben, dass diese Selbstreinigung vor Krankheiten wie Bluthochdruck, Herzversagen, Demenz und anderen altersbedingte Erkrankungen schützt und neue Gehirnzellen bilden.
  • Da die neuen Zellen nun „mehr Platz haben“, versorgst du deinen Blutkreislauf besser mit Sauerstoff. Müdigkeit verschwindet und du bist konzentrierter.
  • Durch Intervallfasten hältst du das Insulin niedrig, erhöhst den Fettstoffwechsel und der Jojo-Effekt bleibt aus
  • Die Fremdstoffe, die aussortiert werden, machen nun Platz für mehr Immunstärke und neue Zellen, sodass Erreger besser bekämpft werden und einen entzündungshemmenden Effekt mitbringen.
  • Das Bindegewebe, welches dir wie ein Schwamm dient, der alle Schadstoffe lagert, reinigst du ebenfalls.
  • Nach nur 4 Wochen verringerte sich das viszerale Bauchfett, welches die Organe umgibt und besonders gefährlich ist, da es den Blutzuckerspiegel stört und den Blutzucker erhöht.
    • Du erhöhst den Ketongehalt (s.o.), und bekämpfst ganz nebenbei Entzündungen
    • Der Cholesteringspiegel sinkt und das Risiko für Schlaganfälle verringert sich
    • Du verlierst Gewicht
    • Chronische Krankheiten und Schmerzen lassen nach
      • Symptome von Übergewicht, Stoffwechselstörungen, Fettleber, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Autoimmunerkrankungen lassen nach oder verschwinden sogar völlig

Anders als bei Diäten, bei denen du eine Kalorienverringerung anstrebst, erhöht Fasten sogar zeitweilig den Grundumsatz! Dass heißt, dass mehr Energie eingenommen werden kann ohne sofort zuzunehmen.

Fasten für den Darm

Fasten ermöglicht dir auch, anders als einfache Diäten, die Reinigung des Darms, welchen du während des Prozesses entsäuerst. Für den Darm bedeutet ständiges Essen in erster Linie Stress, weil auch unerwünschte Stoffe durch den Darm gelangen, die dieser dann aussortieren muss.

Der Darm gerät außer Takt, entzündet sich und kann wichtige Nährstoffe nicht mehr richtig aufnehmen und verwerten. Gifte, Bakterien und andere Stoffe hingegen können leichter in den Blutkreislauf geraten und Krankheiten verursachen.

Beim Fasten hat der Darm Zeit für die Verwertung und hat sogar die Möglichkeit sich selber zu heilen.

Tipp bei einer trägen Darmaktivität:

Gehörst du zu den Leuten, die gerne mal öfters das große Geschäft erledigen würden, aber nicht können? Füttere deinen Darm mit milchsäurehaltige Lebensmittel! Dazu zählen z.B.

  • Sauerkraut
  • eingelegtes Gemüse
  • Kefir
  • Buttermilch

Fasten bei Krebs

Zunächst klingt es seltsam Krebspatienten zu empfehlen, die Nahrungsaufnahme zu reduzieren, da die meisten während der Therapie ehe abnehmen. Doch gerade beim Fasten werden die Zellen geschützt und Krebszellen bekämpft.

Denn die neuen und gesunden Zellen werden bereinigt (s.o.). Dies alles ist bei Chemotherapien, wie sie in der Krebstherapie angewandt werden, nötig, da die Therapie die bösen Krebszellen im Vollen bekämpfen, die gesunden aber schonen.

Der Alters- und Krebsforscher an der Universität Südkalifornien, Valter Longo, nannte dieses Phänomen „differenzielle Stressresistenz“. Dies bedeutet, dass die Krebszellen Stress ausgesetzt sind, während die gesunden Zellen im Ruhemodus unangetastet bleiben.

Der Test, das Ergebnis

Um zu testen, ob Patienten nach einer Chemotherapie unter Müdigkeit, Übelkeit, Erschöpfung, Durchfall, Bauchschmerzen etc. litten, wurde bei über 30 Patienten an der Hochschulambulanz für Naturheilkunde am Immanuel Krankenhaus in Berlin folgender Test gemacht:

Die Hälfte der Patienten fastete 36 Stunden vor und 24 Stunden nach einer Therapie und trank ausschließlich Wasser, Kräutertees, Gemüsesäfte und Gemüsebrühe. Und tatsächlich klangen weniger unter den oben genannten Begleiterscheinungen einer Chemotherapie! Zudem blieb das Körpergewicht relativ stabil!

„Scheinfasten“

Da Patienten, die über einen längeren Zeitraum bei regelmäßigem Fasten zu viel Gewicht verlieren könnten, wird dies nicht empfohlen. Dafür hat Valter Longo ein „Scheinfasten“ entwickelt, in welchem die Patienten täglich zwischen 700 und 1.200 Kalorien zu sich nehmen konnten.

Auch durch diese Maßnahme wird der Fastenstoffwechsel aktiviert.

Dies wurde am Berliner Immanuel Krankenhaus untersucht, und diesmal enthielten die Patienten entweder eine leichte vegane und zuckerfreie Kost oder sie fasteten zeitweilig.

Die Studie ist noch nicht veröffentlicht, doch erste Erkenntnisse geben Auskunft, dass die Patienten, die sich vegan ernährten genauso wie die Fastenden profitierten und für Weiterbehandlungen viel fitter waren als die Kontrollgruppe, die regulär aß.

Weitere Studien an Menschen zeigten, dass das Fasten Substanzen reduziert, die Krebszellen wachsen lassen und gleichzeitig Schutzstoffe ausschüttet.

Abschließend wurden Frauen getestet, die nach einer Krebstherapie Intervallfasten durchführten. Schon nach bereits 13 Stunden Fasten war die Rückfallrate erneut an Brustkrebs zu erkranken um ganze 30% niedriger!

Einen kleinen Dämpfer gibt es allerdings bei den Studien: Bisher wurden diese Test an Frauen mit Eierstockkrebs oder Brustkrebs durchgeführt, jedoch nicht bei Patienten, die unter einer Leukämie leiden.

Schlusswort

Fasten, wie z.B. das Intervallfasten, wirkt also wahre Wunder. Wer noch mehr profitieren will, sollte aber auch zwischen den Mahlzeiten auf Snacks verzichten. Ansonsten steigt der Blutzuckerspiegel wieder und das damit aufsteigende Insulin blockiert wieder die Fettverbrennung.

Ob du dich dazu entscheidest Intervallfasten zu betreiben, die 5:2 Methode anwendest oder nur Flüssigkeit zu dir nimmst, bleibt dir überlassen.

Du kannst durch Fasten abnehmen, aber auch andere Krankheitsbilder verbessern, wie du soeben erfahren durftest. Du hilfst deinem Körper dabei, kranke Zellen zu entfernen und gesunde und neue zu erstellen. Denke auch ab und zu daran, dass dich das ganze Überangebot an Nahrungsmittel nicht zwanghaft animieren muss, ständig zu essen. Höre ab und zu auf deinen Hunger und iss dann, wenn du hungrig bist.


intuitiv essen lernen

Intuitiv essen lernen und abnehmen: Intuitiv essen heißt letzten Endes nichts anderes als dann zu essen, wenn du wirklich Hunger verspürst. Es heißt aber auch, dass man je nach Aktivität, die jeder einzelne vollzieht, isst oder eben nicht essen solltest. So braucht dein Körper beispielsweise etwas Kleines zu essen, wenn er kurz vor oder nach einer körperlich anstrengenden Aktivität Energie benötigt. 


Entnommen aus:

Fasten bei Krebs, in: Schrot & Korn, Ausgabe 4 2020, S. 45-46

Reform leben. Deine Gesundheitspioniere, Ausgabe 31, März/April 2020, S. 12-20

Köppe, Julia: Das bringt Intervallfasten wirklich, vom 27.08.2019, über:

https://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/intervallfasten-was-wissenschaftlich-ueber-die-diaet-bekannt-ist-a-1283881.html

Rheuma Deern

Als Berufsrheumatikerin habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, nicht nur meinen Leidensgenossen, sondern auch gemütlicher gebauten Menschen Hilfe zu geben, damit sie ihr Leben nicht nach einer Krankheit oder anderen Hindernissen richten. Ziel ist, dass sich die Krankheit dem Leben anpassen muss, nicht umgekehrt!

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