Herzinfarkte vorbeugen – ohne Medikamente, mit Genuss

Im Beitrag „Trainiere dein Herz und bleib gesund“ wurde dargestellt, wie einfach man sein Herz mit Sport stärken und schützen kann. Hier erfährst du zusätzlich, wie du Krankheiten und Herzinfarkte vorbeugen kannst, wenn du die richtige Ernährung mit Sport kombinierst.

Herzinfarkte vorbeugen
Äpfel gehören zur Basisernährung, die dein Herz und deine gesamte Gesundheit schützen. Foto: suju, über: Pixabay

Was sind Auslöser für ein schwaches Herz?

Hast du manchmal den Eindruck, dass sich Herzprobleme ganz plötzlich bemerkbar machen? Der Weg zu den Problemen ist allerdings länger, als du glaubst.

Oft schleichen sich Herzprobleme im Laufe der Jahre ein. Auslöser können einerseits andere Krankheiten sein, aber auch schlechte Lebensgewohnheiten, die sich dann am Körper für die Vernachlässigung rächen werden. Dabei sind Krankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes, Stress, Rauchen oder Fettstoffwechselstörungen oftmals die Ursachen.

Diese sind dem Herzen selber zugefügt worden und können auch wieder genommen werden. Diesbezüglich fand das UKE in Hamburg heraus (s.u.), dass auch niedrige Cholersterinwerte, die in jungen Jahren angesammelt wurden, ein Garant für spätere Herzinfarkte sind.

Daher muss man sich schon in jungen Jahren um einen gesunden Lebensstil bemühen, um dem entgegen zu wirken. Ansonsten wirst du deine letzten Lebensjahre überwiegend in Arztpraxen verbringen. Dass ist wirklich nicht erstrebenswert.

Mit folgenden Tipps lassen sich Herzinfarkte eindämmen und sogar vorbeugen:

Selber kochen

Es klingt banal, aber: Einer der einfachsten Methoden um gesund zu sein, ist selber kochen. Denn wer selber kocht weiß nicht nur, was in den Kochtopf oder in der Pfanne landet, sondern verzichtet bestenfalls völlig auf Industrie-Essen.

Wenn du auf Fertigprodukte und dergleichen verzichtest, dann erspart du deiner Gesundheit die Aufnahme falscher Fette, Salz, Industriezucker, Geschmacksverstärker und dergleichen.

All dies sind Auslöser für Herzinfarkte und Schlaganfälle. Diese sorgen für „Abfallprodukte“, die sich in den Gefäßen ablagern, woraufhin das Blut nicht mehr richtig fließen kann und Störungen verursacht.

Reduziere tierische Fette

In tierischen Produkten sorgen die gesättigten Fettsäuren für erhöhte Blutfettwerte und Ablagerungen, was folglich Entzündungen und „Verkalkungen“ in den Arterien begünstigt. Besonders Wurst, Fleischwaren und generell Waren, die industriell stark verarbeitet wurden, schaden dem Körper erheblich und schädigen das Herz-Kreislaufsystem.

Den Fleischkonsum auf ein Minimum zu reduzieren und überwiegend vegetarisch zu essen, sorgt hingegen für ein gutes Herz-Kreislaufsystem. Auch kannst du so Herzinfarkte, Bluthochdruck und Schlaganfälle vorbeugen.

Schon nach wenigen Wochen zeigen bereits Erkranke positive Effekte, wenn Patienten überwiegend vegetarisch essen. Das heißt nicht gänzlich auf Fleisch verzichten zu müssen, sondern den Konsum nur zu reduzieren. 2 Mal pro Woche qualitativ gutes Fleisch zu essen ist unbedenklich.

Herzinfarkte vorbeugen
Avocados haben viel gesundes Fett und können ab und zu als Butterersatz dienen. Foto: Tookapic, über: isorepublic

Tierische Produkte in Form von Eiern sind nicht ganz vom Speiseplan zu streichen. In Eiern sind u.a. Folsäure, Vitamin D und Proteine enthalten, welches der Körper dringend benötigt. So werden dadurch die Knochen gestärkt und Knochenschwund (Osteoporose) vorgebeugt.

Kombiniert mit Gemüse, z.B als Omelett, hat man ein wunderbar sättigendes und wohlschmeckendes Frühstück, Mittag oder Abendessen. 2 Eier pro Woche sind unbedenklich, wer gesundheitlich etwas Acht geben muss.

Aber auch, wer gesund ist muss sich nicht vor zu vielen Eiern fürchten. Forscher fanden heraus, dass Menschen, die mehr Eier als vorher empfohlen essen, kein höheres Risiko hatten an einem Herzinfarkt zu sterben als solche, die kaum Eier essen.

Wenn dass nicht überzeugend klingt!

Milchprodukte sind ebenfalls wichtige Kalziumlieferanten und beugen Osteoporose vor. Da sie aber auch als tierisches Produkt gelten, sollten fettarme Produkte wie Hartkäse, Buttermilch, Magerquark und fettarme Milch/Joghurt konsumiert werden.

Der Kalziumbedarf eines Erwachsenen ist z.B. mit etwa 1-2 Scheiben fettarmen Käse (Hartkäse oder Harzer) und 1 Glas Milch gedeckt. Auch ist die Qualität der Milch nicht ganz uninteressant. So hat Bio-Milch mehr Omega-3 Fettsäuren, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken. Erfahre hier mehr

fettreiche Alternativen

Beobachtet man Länder, in denen die Bevölkerung besonders alt und gesund ist, fällt auf, dass sie wenige tierische Produkte konsumieren, dafür aber mehr Hülsenfrüchte, Gemüse, sehr gutes Getreide und gute Öle zu sich nehmen. 

Um den Umstieg einfacher zu gestalten, kannst du nach und nach folgende Alternativen in den Speiseplan einbauen:

  • Ersetzte Butter mit Senf, Tomatenmark oder fettarmen Frischkäse
    • Tunke weiches Brot z.B. in Olivenöl
  • Belege dein Brot mit Lachs oder magerer Hähnchenbrust. Diese kannst du einmal pro Woche anbraten, selber würzen und als Scheiben geschnitten auf dein Brot legen
  • Schweinefleisch hat die meisten entzündungsfördernen Arachidonsäuren, die pures Gift für den Körper darstellen. Rheumatiker und Gicht-Patienten sollten die Finger ganz davon lassen! In Form von Wurstwaren ist es besonder schädlich und steht in Verdacht Krebs zu begünstigen. Iss daher 1-2 Mal pro Woche bevorzugt mageres Rindfleisch von guter Qualität. So musst du nicht gänzlich auf Fleisch verzichten (falls du dies befürchtet hast).

Das „böse“ Cholesterin?

Cholesterin wird teils durch die Nahrung aufgenommen (z.B. durch Eier). Aufgenommenes Cholesterin verändert allerdings nicht so sehr den Blutspiegel wie angenommen! Grund ist, dass der Körper selbst pro Tag etwa 1 Gramm Cholesterin bildet. Wird ihn Cholesterin von Außen zugefügt, drosselt es die Eigenproduktion. Mehr Cholesterin als 1/2 Gramm nimmt die Darmschleimhaut sowieso nicht auf, sodass eine Cholesterin-arme Ernährung den Blutspiegel um etwa 15% senkt.

Herzinfarkte mit Fasten vorbeugen

Unsere Vorfahren fasteten, wenn es nichts zu essen gab. Heute steht einem immer etwas zur Verfügung, dabei ist Fasten viel versprechend und hat auch dem Herz einige Vorteile zu bieten.

Selbstheilungskräfte (die sogenannte Autophagie) werden aktiviert, wodurch der Blutdruck gesenkt wird, Entzündungsprozesse werden gebremst und verbessert und die Darmflora wird zum Positiven verändert.

Wenn der Körper die Gelegenheit hat sich nicht nur um das Verdauen der Nahrung zu kümmern, dann bietet man ihm durch fasten diese Gelegenheit. Wie jemand fastet, kann sich jeder selber aussuchen, aber es sollte regelmäßig stattfinden. Das kann das bekannte 8:16 Intervallfasten sein, die 2:5 Fastenart oder aber auch der komplette Nahrungsverzicht an 1-2 Tagen pro Woche. An diesen Tagen wird nur Flüssigkeit in Form von Wasser, Tee oder Gemüsesäften konsumiert.

Es wurde auch beobachtet, dass beim Fasten viel mehr Elan entsteht, an einer dauerhaften Umstellung zu arbeiten. Wer also langfristige Veränderungen plant, sollte sich überlegen, regelmäßig zu fasten. In der Zeit, in der nicht gegessen wird, hat man die Gelegenheit sich zu besinnen und zu prüfen, ob hier und da Verbesserungen gut täten oder ob man sich optimal ernährt.

Herzinfarkte vorbeugen
Wer bereits einen zu hohen Blutdruck hat, sollte viele Knoblauch konsumieren. Foto: stevepb, über: Pixbay

Nun ein Tipp für alle, die auf ein Neues und zum letzten Mal erfolgreich abnehmen wollen.:

Faste 2 Tage komplett und nimm am ersten Tag nur Wasser und Tee zu dir. Am zweiten Tag kommen noch 250 ml Gemüsesaft dazu. Du wirst wahrscheinlich 1-2 Kilo an Gewicht verlieren, wodurch du erstmal motiviert bist. Rheumatiker werden spürbar weniger Schmerzen haben. Nutze die Zeit dir Gedanken über dein Essverhalten zu machen und plane die ersten Wochen deiner Umstellung.


Zusammenfassung

Abschließend erhältst du eine Zusammenfassung der Lebensmittel, die du konsumieren solltest um Herzinfarkte vorbeugen zu können. Dabei bietet die Mittelmeerküche und die nordische Küche die meiste Abwechslung für eine Herzensguten-Ernährung, da auch weniger Milchprodukte genossen werden. Lass dir also das nächste Pasta-Gericht gut schmecken!

  • Gute Fette wie Olivenöl, Leinöl, Rapsöl, Nüsse, fetter Fisch und Avocado
  • gute Kohlenhydrate wie Gemüse, Hülsenfrüchte, Obst und Vollkornprodukte
  • Proteine wie Hülsenfrüchte, Bohnen, Linsen, Erbsen, Nüssen, Hirse und Vollkornbrot
    • In Maßen: Fettarme Milchprodukte und Eier
  • „Herzspezial“: Rote Beete, Spinat, Rucola, Heidelbeeren, Mandeln, Wal- und Haselnüsse, geschrotete Leinsamen, Hafer, dunkle Schokolade, Kurkuma, Knoblauch, Ingwer, Granatapfel
    • Wer Knoblauch nicht mag, hat Pech gehabt. Lerne gefälligst ihn zu lieben! Er ist einfach nur wohlschmeckend und nur echte Genießer wissen um dessen wunderbaren Eigenschaften.

In der Hoffnung, dass dir der Beitrag ein wenig geholfen hat und du eine Vorstellung hast, wie du Herzinfarkte einfach vorbeugen kannst, verabschiede ich mich für´s erste.

Ließ dir auch diesen Artikel in der Apotheken-Umschau durch, wenn du mehr über Ursachen und Symptome erfahren willst.


Infos entnommen aus:

Herzensgut, in: Reformhaus, April 2020,  ReformhausMarketing GmbH, Hamburg 2020, S. 31-36

Schneider, Achim Gerald: Schutz für die Gefäße, in: Apotheken Umschau, Wort&Bild Verlag Konradshöhe GmbH & Co. KG, München, 15. April 2020, S. 20-25

Reform leben. Deine Gesundheitspioniere, Ausgabe 31, März/April 2020, S. 42

Rheuma Deern

Als Berufsrheumatikerin habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, nicht nur meinen Leidensgenossen, sondern auch gemütlicher gebauten Menschen Hilfe zu geben, damit sie ihr Leben nicht nach einer Krankheit oder anderen Hindernissen richten. Ziel ist, dass sich die Krankheit dem Leben anpassen muss, nicht umgekehrt!

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