Im Ramadan abnehmen, unsere Erfahrung + Tipps & Tricks

Bald ist es wieder soweit. Auf der ganzen Welt Fasten die Muslime im Monat Ramadan, eine der Hauptpflichten eines jeden Gläubigen. In der Zeit nehmen viele Leute ab (oder auch zu). Natürlich ist das nicht der Sinn des religiösen Fastens, aber trotzdem kannst du im Ramadan abnehmen und hier vorab unsere Erfahrung lesen.

Falls du mit Ramadan nicht vertraut bist, geben wir dir eine Einstiegsinformation, sagen dir den eigentlichen Zweck des religiösen Fastens und was es mit dir macht.

Warum fasten Muslime im Ramadan?

Ramadan abnehmen Erfahrung
Mit dem Sonnenuntergang brechen die Muslime das Fasten, Foto: Serdar_A, über: Pixabay

Das Fasten im Monat Ramadan gehört zu einer der sogenannten 5 Säulen des Islams. Diese sind:

  • Das Glaubensbekenntnis
  • Das 5 malige Gebet am Tag
  • Die Pilgerfahrt nach Mekka (wenn dies möglich ist)
  • Almosen an Bedürftige abgeben
  • Das Fasten im Monat Ramadan

Diese Säulen sind für alle Muslime verpflichtend, wobei es beim Fasten ausnahmen gibt, die im Koran geregelt sind.

So müssen Schwangere, Stillende, Kinder, Kranke, ältere Menschen oder Reisende nicht fasten.

Der Monat wird als besonders wichtig geschätzt, da nach islamischer Auffassung der Koran in diesem Monat herabgesandt wurde.

Da sich der islamische Kalender an den Mondphasen orientiert, wandert auch der Monat Ramadan jedes Jahr um etwa 10 Tage vor. So ist der Monat mal früher, mal später im Gregorianischen Kalender wiederzufinden.

Gefastet wird von Sonnenaufgaben bis Sonnenuntergang. Dabei wird nicht nur auf Essen und Trinken, sondern auch auf Genussmittel wie Tabak, Kaugummi und auch Geschlechtsverkehr verzichtet.

Der Sinn des Fastens im Monat Ramadan

Der Islam versteht sich als eine Religion, in der die Gemeinschaft (´Umma) eine wichtige Rolle einnimmt. Nun ist es aber so, dass nicht alle in der Gemeinschaft die gleichen Lebensbedingungen erfüllen können. Sei es, dass sie arm sind und auf Spenden angewiesen sind oder sich generell wenig zu essen leisten können.

So ist einer der Gründe, weshalb Muslime im Ramadan fasten der, dass man sich durch den Verzicht auf Nahrung und Wasser in die Rolle des Bedürftigen versetzt und seine Situation nachvollzieht. Denn auch, wenn für dich Essen und Trinken so selbstverständlich ist wie Atmen, fehlt dies den Bedürftigen.

Und wenn du das Fasten bereits brechen darfst, können diese immer noch nichts essen. Das Gefühl der Wertschätzung kommt hervor.

Ein weiterer Grund ist, dass durch den Verzicht auf Nahrung und Wasser eine Art Gottesdienst erfüllt wird. Du dankst Gott für all die Nahrung und alle anderen Güter, die Er dir ermöglicht hat und dass du immer zu essen und zu trinken hast.

Während des Ramadan wird auch vermehrt der Koran gelesen und Moscheen werden häufiger besucht als zuvor. Dies sollte zwar auch außerhalb des Ramadan geschehen, aber diesen Monat nehmen einige als Anlass auch in Zukunft häufiger Gottesdienst zu leisten.

Letztlich hast du während des Ramadan die Gelegenheit, dich mehr mit dem Essen auseinander zu setzen.

Vielen Menschen, die zu viel essen, wird bewusst, wie wenig sie eigentlich brauchen. Und da Völlerei in keiner Religion eine wünschenswerte Tugend ist, wird die Zeit auch genutzt, um sein Essverhalten zu überdenken.

Sehr vielen wird in dieser Zeit erst klar, wie wenig man eigentlich an Nahrung braucht. Im Islam heißt es, dass der Magen zu 1/3 aus Nahrung, 1/3 aus Wasser und aus 1/3 aus Lauft bestehen sollte. So soll Völlerei verhindert werden und der Alltagspflichten nicht auf Grund eines vollen Magens vernachlässigt werden.

Und ja, durch dieses Bewusstwerden nehmen auch viele ab.

Aber: Was liest du hier heraus?

Während des Ramadan abnehmen ist zwar definitiv möglich, aber nicht der eigentliche Sinn!


Über das Fasten an sich gibt es unzählige Bücher und Meinungen. Ein kleiner Überblick über das Fasten in anderen Religionen kannst du z.B. hier lesen.


Warum nimmst du während des Fastens ab?

Weil du über einen längeren Zeitraum nichts isst natürlich. Aber es geht noch weiter.

In einem früheren Beitrag informierte ich dich bereits über Fasten. Dabei hast du gelernt, dass der Körper sich seine Energie zunächst aus den Zuckerreserven holt.

Anschließend greift er auf das Fett zurück. Dass geht aber nur, wenn dein Körper eine Weile kein neues Essen zugefügt bekommt. Dieser Effekt tretet schon nach einer Essenspause von ca. 14 Stunden ein.

Neben dem Gewichtsverlust scheidet der Körper auch „Zellmüll“ aus und die sogenannte Autophagie (Selbstreinigung) findet statt. Dieser Zellmüll steht u.a. in Verdacht Alzheimer und Demenz zu begünstigen.

Aber heute befassen wir uns nur mit dem Abnehmen, weshalb wir jetzt weiter im Text machen!

Neben dem eben genannten Effekt verkleinert sich bei vielen auch der Magen, da nicht einmal Wasser getrunken werden darf. Wenn das Fasten dann gebrochen werden kann und der erste Schluck Wasser getrunken wurde, dann ist man tatsächlich schon satt.

Wirklich!

All die Leckereien, die man sich den ganzen Tag über noch gewünscht hat, bleiben nicht selten liegen. So hat bestimmt schon jeder Fastende seine Abnehm Erfahrung im Ramadan machen können.


Fasten

Du willst mehr zum Thema Fasten wissen? Dann ist diese Übersicht mit dem Wichtigsten und Nötigsten, was du brauchst, interessant!


Im Ramadan abnehmen, die Erfahrung

Jetzt willst du natürlich wissen, mit was du rechnen kannst? Sollst du haben!

Ich habe mit gefastet, selber 5 Kilo verloren, und später 2-3 Kilo wieder gewonnen. Dabei war Abnehmen nicht mein Ziel. Dass du während des Ramadan aber wirklich abnehmen kannst, zeigt diese Erfahrung:

Ein Bekannter hat sogar innerhalb der etwa 4 Wochen 9 Kilo verloren und sein neues Gewicht danach halten können. Letztes ist die eigentliche Kunst beim Abnehmen, das Gewicht auch halten zu können.

Dabei hat er diese Tricks angewandt, die dir nun auch vorgestellt werden:

Vor dem Sonnenaufgang

  • Trinke ausreichend Wasser und iss eine leichte Mahlzeit z.B. 1 Scheibe Vollkornbrot mit Käse und Salat, iss dazu Rohkost oder 1 Stk. Obst
  • Aber wirklich: Achte vor allem darauf mehr zu trinken als zu essen. Warum? Du kannst viel länger ohne Essen auskommen als du glaubst. Da du aber im Laufe des Tages viel Wasser verlierst, dehydrierst du schneller und kannst an Kopfschmerzen, Konzentrationsschwäche und Müdigkeit leiden

Zum Fastenbrechen

  • Iss zunächst 1 Dattel. Der Zucker gibt deinem Körper schnell die Energie zurück, die du vorher verloren hast
  • Anschließend kannst du eine (Linsen-) Suppe essen. Zu diesem Zeitpunkt bist du bereits satt
  • Warte ein wenig, bevor du weiter isst
  • Iss überwiegend kleine eiweißreiche Mahlzeiten und trinke ausreichend. Die Speisen sind leichter und lassen dich nicht nur besser schlafen, sondern helfen dir bei der nächtlichen Fettverbrennung
  • Spare an Kohlenhydraten und Süßigkeiten

Extra Tipp

In der Regel wird das Fastenbrechen mit anderen zusammen gebrochen. Wenn du dann nicht die Möglichkeit hast zu essen was du willst, dann hilft dieser einfache Trick:

  • Fülle deinen Teller einmal mit allem auf, was dir gefällt und verteile die Portion. So wirkt sie optisch größer
  • Lass dir Zeit beim Essen, damit du dein Sättigungsgefühl nicht verpasst
    • Da fast immer die Köchin dabei is(s)t und darauf achtet, dass dein Teller nie leer ist, ist dies ein wertvoller Tipp

Und nach dem Ramadan?

Im Ramadan abnehmen ist möglich, wie unsere Erfahrung gezeigt hat, und wie andere auch bestätigen können. Und die Zeit danach?

Dies ist der Knackpunkt bei jedem Gewichtsverlust, ob durch Ramadan oder andersartig abgenommen hast.

Hier die Tipps, mit denen ich und der Bekannte ihr Gewicht halten konnten:

  • Esse in den Tagen nach Ramadan nicht soviel wie vor dem Ramadan. Dies ist wichtig, weil sich dein Magen sowieso in den letzten Wochen verkleinert hat. Du würdest so oder so weniger essen. Wenn du langsam wieder wie vorher isst, dann weitet sich dein Magen langsam und du nimmst das Gewicht zu, was zu vorher verloren hast. Falls du das neue Gewicht aber behalten willst,…
  • …dann plane regelmäßig eine andere Form des Fastens ein. Sei es das 8:16, 2:5 oder Dinner Cancelling
  • Vermeide weiterhin Fastfood, Frittiertes, Süßigkeiten, Wurstwaren
  • Trinke ausreichend Wasser
  • Behalte den eigentlichen Sinn des Fastens im Kopf und wende ihn auch an!
    • Iss soviel, wie du wirklich brauchst und nicht wie du willst
    • Hast du mal keinen Hunger? Dann iss nicht, und achte auf dein Hungergefühl
    • Völlerei ist zu vermeiden. Überdehne deinen Magen nicht, denn oft sind die Augen größer als dieser

Schlusswort

Heute haben wir wissen wollen, ob man im Ramadan abnehmen kann, wobei wir eine eigene Erfahrung eingebracht haben.

Du kannst im Ramadan abnehmen und dein Gewicht nach dieser Zeit auch halten, wenn du dich in dieser Zeit auch mit dir und deinen Gewohnheiten auseinandersetzt.

Der Sinn des Fastens ist aber wie erwähnt nicht das Abnehmen an sich, welches in dieser Zeit fast unweigerlich auftritt. Dies ist eine Randerscheinung.

Der Ramadan wird genutzt, um sich auch selbst zu hinterfragen, (Ess-) Gewohnheiten zu ändern und das eigene Verhalten anderen Gegenüber ggf. zu ändern.


Habt ihr schon mal während des Ramadan abnehmen können und wollt eure Erfahrung teilen? Gebt einen Kommentar ab und schreibt uns auch, welche Tipps du hast.

Rheuma Deern
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Rheuma Deern

Als Berufsrheumatikerin habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, nicht nur meinen Leidensgenossen, sondern auch gemütlicher gebauten Menschen Hilfe zu geben, damit sie ihr Leben nicht nach einer Krankheit oder anderen Hindernissen richten. Ziel ist, dass sich die Krankheit dem Leben anpassen muss, nicht umgekehrt!

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