Die richtige Rheuma Ernährung mit all ihren Vorteilen

Nicht nur Menschen, die an Rheuma oder anderen chronischen Erkrankungen leiden, profitieren von einer anti-entzündlichen Ernährung. Die richtige Rheuma Ernährung hilft dir gegen Schmerzen und beugt sogar altersbedingte Krankheiten vor!

Daher ist es für jedermann nicht uninteressant einen Blick in die richtige Rheuma Ernährung zu werfen. Am Ende hast du die Möglichkeit, eine PDF-Datei mit den Lebensmitteln runterzuladen. Und bevor du an Verzicht auf ganzer Linie denkst, dann lass mich dir vorab eine Entwarnung geben.

Denn die Rheuma Ernährung ist reichhaltiger, als du denkst!

Auf was kommt es bei der Ernährung an?

Die Rheuma Ernährung zielt darauf ab, Entzündungen zu stoppen und die Gelenke zu nähren. In Kombination mit der richtigen Bewegung wird auch die Beweglichkeit nach einer Weile verbessert.

Entzündungsfördernde Nahrungsmittel, die die so genannten Arachidonsäuren enthalten, musst du hingegen vermeiden oder stark beschränkt konsumieren. Durch die falsche Ernährung leiden daher nicht nur Rheumatiker, sondern in langer Sicht auch vorerst Nichtbetroffene.

Im Laufe des Lebens sammeln sich all die Schadstoffe im Körper und zeigen sich im Alter in Form von Unbeweglichkeit und Schmerzen.

Nahrung, die zu viel Arachidonsäre enthält und zu säurebildend ist, schadet den Gelenke im fortgeschrittenen Alter und ist ein Risiko für weitere Erkrankungen (z.B. Gicht).

Was ist problematisch?

Alle Nahrungsmittel, die zu viel Arachidonsäure enthalten, sind pures Gift für die Gesundheit. Dazu zählen:

  • Fleisch, vor allem Schweinefleisch
  • Speck
  • Wurstwaren
  • Fetthaltige Milchprodukte
  • Eier
  • Butter
  • Süßwaren
  • Fettige Speisen
  • Fertigprodukte
  • Distelöl, Sonnenblumenöl und Maiskeimöl

Wer bislang den Großteil seiner Ernährung über diese Nahrung gedeckt hat, sollte sich überlegen eine Ernährungsumstellung zu machen. Am einfachsten gelingt dies, wenn du oben genanntes erstens nur noch sehr sparsam konsumierst, bis du sie ganz weglässt.

Du schaffst die Umstellung leicht, wenn du nur noch 20% (für den Anfang) am Tag davon zu dir nimmst und mit „erlaubten“ Lebensmitteln kombinierst.

Was solltest du essen?

Die Palette, die dir zur Verfügung stellt ist riesig! Die meisten Lebensmittel werden dir ehe gefallen, da du sie wahrscheinlich schon jetzt täglich konsumierst.

Der Hauptteil sollte aus Gemüse, Fisch, Eiweiß aus Hülsenfrüchten und Nüssen und hochwertigen pflanzlichen Fetten bestehen. Abhilfe bietet dir diese nette und übersichtliche Tabelle: 

Getreideprodukte (höchstens 2 Handvoll pro Tag)Vollkornprodukte (Vollkornreis, Vollkornnudeln), Haferflocken

Besser nicht:
Süße und pikante Backwaren, polierter Reis, Weißmehlprodukte
Obst (1-2 Handvoll)Zuckerarmes Obst wie Beeren, Äpfel, in Maßen: Kiwis, Mangos, Bananen, Trauben etc.

Besser nicht:
Trockenobst nur in Maßen, kandierte Früchte
Eier und Milchprodukte2 Eier pro Woche (wer schon an Rheuma leidet), fettarme Milchprodukte wie Quark, Joghurt, Buttermilch, Hartkäse, Feta, in Maßen: saure Sahne, Schmand

Besser nicht:
Fettreiche Milchprodukte, Fruchtquarkspeisen, Fruchtjoghurts, süße Milchprodukte, Kakao
Gemüse (mindestens 3 Handvoll)Alle Gemüsesorten, vor allem Grünes wie Kohl, Spinat, Radieschen, Karotten, Paprika, Mangold (bittere) Salate etc.
Süßes und Knabbereienmindestens 70% Bitterschokolade, ungesalzene Nüsse

Besser nicht:
Süßigkeiten, Chip, gesalzene Nüsse, Eis, Salzgebäck
FetteLeinöl, Olivenöl, Hanföl, Walnussöl, Kokosöl (zum Braten), ungesalzene Nüsse

Besser nicht:
Schweineschmalz, Sonnenblumenöl, Distelöl, Erdnüsse
Fisch (mindestens 2 Portionen pro Woche)Fetter Fisch wie Makrele, Lachs, Hering, Scholle, Forelle etc.

Besser nicht:
Fisch in Panade oder Sahne eingelegt
Fleisch (höchstens 1-2 Portionen á 100 Gramm)Putenbrust, Hähnchen, in Maßen: Wild, mageres Rindfleisch

Besser nicht:
Alle anderen Fleischsorten, alles vom Schwein, paniertes Fleisch, Wurstwaren

In Nüssen, Grüner Tee, Vollkorn, Linsen und Cashewkernen befinden sich wichtige Mineralstoffe wie Magnesium, Kupfer und Seelen. Diese fehlen bei einigen Rheumatikern. Falls du auch dazu gehörst, dann achte auf eine tägliche Aufnahme dieser Produkte.

Auf die Würze kommt es an

Diese leckeren Nahrungsmittel kombinierst du am besten mit den richtigen Gewürzen und Kräutern. Hier ist eine Auswahl, die deinem Essen nicht nur das gewisse Etwas verleiht, sondern auch noch deine Gesundheit stärkt und Schmerzen lindert:

Für die richtige Rheuma Ernährung ist Knoblauch ein Muss
Knoblauch liefert wichtige Stoffe, die Schmerzen lindern. Foto: stevepb, über Pixabay
  • Alle Kräuter wie Thymian, Rosmarin, Oregano, Salbei, Minze, Basilikum, Löwenzahn, Brennnessel, Koriander
  • Knoblauch, Kurkuma, Pfeffer, Ingwer, Chili
  • Zimt, Anis, Nelken, Vanille

Trinke dich gesund

Die richtige Rheuma Ernährung beinhaltet auch die richtigen Getränke. Dass sich Grüner Tee bei Entzündungen wirksam gezeigt hat, ist schon ein alter Hut. Dies liegt unter anderen an den Antioxidantien, die im Tee enthalten sind und freie Radikale auffangen, die Entzündungen fördern.

Chinesische Wissenschaftler fanden in einer Langzeitstudie heraus, dass bereits 3-4 Tassen pro Woche das Risiko bestimmter Krebsarten verringert. Selbes haben sie auch bei Schwarz Tee feststellen können. Erfahre hier mehr über die besten Getränke für die Gesundheit…

Wie sieht es mit Kaffee aus?

An Getränken, die tagtäglich konsumiert werden, rangiert Kaffee ganz weit oben. Viele trinken ihn täglich und starten ihren Tag damit. Dabei ist Kaffee noch weit mehr als ein wohlschmeckendes Heißgetränk. Auch gesundheitlich punktet er mit einigen Eigenschaften, die bei Entzündungen helfen. 

die richtige Rheuma Ernährung beinhaltet auch Kaffee
Das im Kaffee enthaltene Koffein blockt Entzündungsförder im Körper. Foto: Jason Wong, über: Isorepublic

Bist du verwundert? Kaffee bei Entzündungen? Heißt es nicht, dass man bei Rheuma und Gicht auf Kaffee verzichten muss?

Doch es gibt Entwarnung!

Die Universität Georgia fand in einer Studie heraus, dass schon 2 Tassen Kaffee dazu beitragen Schmerzen zu verringern, was an dem im Kaffee enthaltenem Koffein liegt. Dieser ist auch im Grünen Tee enthalten.

Koffein blockiert Rezeptoren für das so genannte Adenosin, welches im Körper eine Funktion bei Entzündungsprozessen spielt. Neben dem Koffein steckt in Kaffeebohnen auch noch einiges an Antioxidantien, die ebenfalls schmerz- und entzündungshemmend sind.

Was muss beachtet werden?

Wer ein passionierter Kaffeetrinker ist, darf maximal 3 Tassen (Kaffeetassen, nicht die 0,5 Becher!) trinken. Dennoch sollten einige Espresso bevorzugen (höchstens 4 Tassen täglich). Vor allem Rheumatiker und alle, die an Entzündungen leiden.

Warum?

Verglichen zum Filterkaffee sorgt die spezielle Röstung der Espressobohnen dafür, dass der Säuregehalt abnimmt und dafür andere Aromen in den Vordergrund gerückt werden.

Ein zu hoher Säuregehalt wirkt sich negativ auf Patienten mit Rheuma aus, weshalb auch andere säurehaltigen Lebensmittel nur einen kleinen Teil in der Ernährung ausmachen sollten.

Bemerkung: Eine Tasse Espresso enthält ca. 70-100 Milligramm

Dennoch: Allgemein wirkt sich zu viel Kaffee negativ aus. Dabei ist auch egal, ob du an Rheuma leidest oder nicht. Eine tägliche Koffeinmenge von unter 400 Milligramm sollte eingehalten werden, um keine negativen Auswirkungen zu verspüren.

Dazu zählen etwa

  • innere Unruhe und Nervosität
  • Herzrasen
  • Magenprobleme
  • Migräne und Kopfschmerzen

Weitere Eigenschaften

Außer der entzündungshemmenden Eigenschaft die Kaffee/Espresso auf den Körper hat, gibt es noch weitere Vorteile:

  • Das im Kaffee enthaltene Koffein kurbelt den Kreislauf an. So bist du konzentrierter, weniger Müde. Und dass noch einige Stunden nach dem Konsum!
  • Wer unter einen empfindlichen Magen leidet sollte Espresso trinken. Weil dieser nur kurz mit heißem Wasser in Berührung kommt, werden weniger Gerb- und Bitterstoffe gebildet
  • Kaffee wirkt wie ein Dopingmittel. Trinke ihn vor einer Sporteinheit und du wirst nicht nur mehr Energie haben, sondern regst auch die Fettverbrennung an


Essensvorschläge

Abschließend bieten sich hier einige Essensvorschläge, die du probieren kannst. Falls du für die richtige Rheuma Ernährung ein wenig Inspiration brauchst, kannst du auch diesen Beitrag in Betracht ziehen.

Frühstück

  • Magerquark mit Leinöl glatt verrührt, Beeren, Zimt, etwas Honig und 1 Handvoll Nüsse
  • 1-2 Scheiben Vollkornbrot mit Avocado und Pfeffer
    • mit Senf und Lachs
    • 1 pochiertes Ei mit Pfeffer und Kräutern
    • Frischkäse mit Tomaten/Gurken/Radieschen
  • 1 Gemüse Omelett
  • Porridge mit Beeren und Nüssen
  • Rheuma Müsli => Erfahre hier mehr über Milchprodukte bei Rheuma

Mittag

  • Gemüsepfanne mit Reis
  • Vollkornnudeln mit Tomatensauce
  • Fisch mit Gemüse
  • Kartoffeln mit Kräuter-Quark und Leinöl

Abends

  • Gemüsesuppe, Linsensuppe
  • gedünstetes Gemüse mit Fisch
  • Gemüse Omelett

Letzte Worte

Auch wenn du nicht an Rheuma leidest, so bist du hoffentlich auf den Geschmack dieser Ernährung gekommen. Die Ernährung zeichnet sich durch die entzündungshemmenden Eigenschaften aus und bieten eine Vielfalt an „erlaubten“ Lebensmitteln.

Die Ernährung ist in langer Sicht für viele Menschen ideal, die auch im Alter genauso aktiv sein wollen wie sie es vielleicht jetzt schon sind. Daher ist die richtige Rheuma Ernährung für viele nicht-Erkrankte ein Versuch wert. Diese Ernährung ist reich an Antioxidantien, Vitaminen, Bitterstoffen, Ballaststoffen und gesunden Fetten, die allesamt unabdingbar für einen gesunden Körper sind. Jetzt und auch später im Alter.

Lade dir hier eine Übersicht der Lebensmittel kostenlos herunter:


Infos zum Kaffee entnommen aus: Landidee, Nr. 5, Ismaning 2019, S. 132

Rheuma Deern

Als Berufsrheumatikerin habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, nicht nur meinen Leidensgenossen, sondern auch gemütlicher gebauten Menschen Hilfe zu geben, damit sie ihr Leben nicht nach einer Krankheit oder anderen Hindernissen richten. Ziel ist, dass sich die Krankheit dem Leben anpassen muss, nicht umgekehrt!

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