Kann man Rheuma vermeiden/ vorbeugen?

Rheuma ist eine Volkskrankheit, die immer noch als Alterserscheinung erkannt wird. Allerdings wissen es Ärzte und Betroffene besser. Rheuma kann jeden betreffen und befallen. Dabei sind, wie es bereits viele wissen, der Bewegungsapparat, Gelenke und Muskeln befallen und der Patient erleidet unsagbare Schmerzen und Bewegungseinschränkungen, die teils nur mit starken Medikamenten zu bewältigen sind. Dabei stellen sich vielleicht auch nicht-Betroffene die Frage, ob man Rheuma vermeiden kann.

Muss dass sein? Ja. Auch wenn du von der „alte Leute Krankheit“ verschont bleiben solltest, so erhältst du hoffentlich ein wenig mehr Hintergrund Wissen zu dieser Krankheit, die so viele belastet.

Doch zunächst folgt ein grober Überblick über Rheuma an sich. Danach wage ich einen Versuch, die Frage zu beantworten, ob du Rheuma vermeiden kannst.

Rheuma vermeiden
Auch nicht-Betroffene sollten sich die Frage stellen, ob man Rheuma vermeiden kann. Bild von: Rheuma Deern

Was ist Rheuma?

Zunächst fasst man unter den Begriff Rheuma an die 100 verschiedene Krankheitsbilder zusammen, von denen die Rheumatoide Arthritis die häufigste Variante ist. In Deutschland leidet ca. 1% der Bevölkerung an dieser Rheumaform.

Teils unterscheiden sich die Krankheitsbilder darin, welche „Teile“ des Körpers angegriffen werden. So befällt beispielsweise die Rheumatoide Arthritis die „harten“ Körperteile wie Knochen, Knorpel oder Gelenke, wohingegen Fibromyalgie „Weichteile“ wie Muskeln, Bänder oder Sehnen befällt.

Im schlimmsten Fall breitet sich die Erkrankung auf die Organe aus, weshalb Patienten stets Blutproben abgeben müssen, um den Krankheitsverlauf zu beobachten.

Als eine chronische Entzündung greift bei der Arthritis das körpereigene Immunsystem den Körper an und zerstört dabei auch den gesunden Körper, weshalb es zum Abbau von Knorpel, Knochen oder Gewebe Befall kommt und so Schmerzen und die damit einhergehende Bewegungslosigkeit/Steifheit verursacht. Der Krankheitsverlauf ist dabei ebenso unklar wie die Frage, warum das Immunsystem den eigenen Körper angreift.

Der Krankheitsausbruch kann sowohl langsam über Jahre hinweg in Erscheinung treten, oder aber er kommt plötzlich. Im fortschreitendem Alter erschwert der Knorpelabbau in den Gelenken für den Leien die Diagnose, ob es sich um Rheuma oder um Arthrose handelt. Wenn folgende Zeichen auftreten, sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden, der die richtige Diagnose stellt:

  • Schwellungen der Gelenke, vor allem der Hände
  • Erhitzung der Gelenke
  • Morgensteifigkeit
  • Erschöpfungszustände
  • Appetitlosigkeit
  • Müdigkeit

Folgeerkrankungen

Seien wir ehrlich, dass ist keine Krankheit, die du dir aussuchen würdest. Es geht aber noch weiter.

Als würde Rheuma an sich nicht reichen, sind Betroffene auch noch Risikopatienten für andere, nicht zu unterschätzende Folgeerkrankungen. Schuld daran ist zum einen die Krankheit an sich. Hat diese bereits das Gewebe stark angegriffen, ist der Körper auch für andere Krankheiten anfällig. Und da das Immunsystem nicht richtig arbeitet, müssen Patienten dafür Sorge tragen, dieses mit Ernährung und Sport zu verbessern.

Andererseits sorgen auch die Medikamente für Folgeerkrankungen oder bringen schlimme Nebenwirkungen mit sich. Das klassische Einsteigmedikament Cortison sorgt so beispielsweise bei langjähriger und regelmäßiger Einnahme für Knochenschwund und Übergewicht, um nur 2 der Nebenwirkungen zu nennen.

Des Weiteren sind

  • Gefäßverkalkung (Gefahr an Herzinfarkt oder Schlaganfall zu leiden)
  • Osteoporose
  • Depressionen
  • Infektionen

möglich.

Wer ist betroffen?

Da Rheuma der Sammelbegriff verschiedenster Krankheitsbilder ist, sind auch Betroffene aller Altersklassen zu finden. Und so ist es nicht verwunderlich, dass nicht nur Ältere, sondern auch Jüngere, auch Kinder, an einer Form von Rheuma leiden können.

Das Klischee der „alte Leute Krankheit“ ist offiziell widerlegt worden.

Dabei ist Rheuma nicht heilbar. Du hast es für immer und musst dich damit arrangieren, wenn du dein Leben nicht nach der Krankheit richten willst. Ist es frühzeitig erkannt, kann zumindest ein schneller oder fortschreitender Abbau des weichen oder harten Gewebes verhindert oder verlangsamt werden. Die medikamentöse Therapie steht daher, nach der richtigen Diagnose, an erster Stelle, um den Krankheitsverlauf zu stoppen.

Was sind die Ursachen?

Da die Bandbreite an Rheuma sowie die Altersklassen und Ausgangslagen der Betroffenen sehr unterschiedlich sind, ist eine Ursache für einen Krankheitsverlauf nicht leicht zu deuten. Wenn man diese genau kennen würde, dann könntest du ja einfach dagegen angehen.

Einige Sachen wissen wir aber.

Dass das Immunsystem dabei eine große Rolle spielt, ist bereits erkannt. Und auch, dass Raucher oder Vorerkrankungen in der Familie einen Teil daran haben, ist auch diskutiert. Eine unklare Diagnose der Ursachen bestätigt aber die Fehlstellung des Immunsystems.

Denn um einen so komplexen Wandel hervorzubringen sind jahrelange Ursachen zu sammeln nötig, die anschließend zu der Krankheit führen. Da aber auch Kinder und sogar Babys an einer Rheumaform leiden, lässt sich nicht pauschal sagen, dass eine ungesunde Lebensweise ausschlaggebend ist.

Denn Kinder, um ein Beispiel zu nennen, haben viel zu wenige Lebensjahre sammeln können, um eine rheumatische Erkrankung an einer ungesunde Lebensweise festzumachen.

Selbstverständlich ist auch die Lebensweise entscheidend, ob man in Zukunft an bestimmten Krankheiten leiden wird oder ob man verschont wird. Aber da bei Rheuma zu viele Faktoren eine Rolle spielen, ist sozusagen jeder ein möglicher Betroffener.

Kann man Rheuma vermeiden?

Nein, kann man nicht. Da, um es zu wiederholen, die Ursachen einer rheumatischen Erkrankung zu vielseitig sind, können auch gesunde Menschen befallen werden. Was du aber machen kannst, ist einige Faktoren zu vermeiden, die generell in Verdacht stehen chronische Krankheiten und Behinderungen im Bewegungsapparat zu begünstigen.

  • So sollten Raucher überlegen, ob sie sich nicht von ihrem Laster trennen wollen
  • Menschen mit Übergewicht haben in der Regel viel weißes Fettgewebe, welches Entzündungen fördert. Lies dazu den Beitrag Wie Entzündungen und Bauchfett zusammenhängen
  • Zuviel Fleisch und ungesundes Essen generell sollten auch mit Bedacht genossen werden, wenn man noch im Alter beweglich sein will
  • Zu wenig Bewegung sorgt dafür, dass die Gelenke nicht mit Gelenkflüssigkeit genährt werden, sodass sich diese in den Jahren abnutzen können

Hilft Ernährung?

Um beim Thema Ernährung zu bleiben, ist hier zu vermerken, dass nicht nur Rheuma Erkrankte von einer entsprechenden Ernährung profitieren. Dass ein zu hoher Fleischkonsum aufgrund der hoch konzentrierten Arachidonsäuren Entzündungen begünstigt, und damit auch eine Hauptursache für Gicht darstellt, gehört dabei zum Basiswissen.

Eine kleine Zusammenfassung bezüglich der Ernährung heißt:

  • keine Fleisch- und Wurstwaren
  • viel Fisch
  • viel Gemüse
  • zuckerarmes Obst
  • keine verarbeiteten Produkte

Rheuma vermeiden

Die richtige Rheuma Ernährung mit all ihren Vorteilen: Die Rheuma Ernährung zielt darauf ab, Entzündungen zu stoppen und die Gelenke zu nähren. In Kombination mit der richtigen Bewegung wird auch die Beweglichkeit nach einer Weile verbessert. Entzündungsfördernde Nahrungsmittel, die die so genannten Arachidonsäuren enthalten musst du hingegen vermeiden oder stark beschränkt konsumieren. Durch die falsche Ernährung leiden daher nicht nur Rheumatiker, sondern in langer Sicht auch vorerst Nichtbetroffene. Im Laufe des Lebens sammeln sich all die Schadstoffe im Körper und zeigen sich im Alter in Form von Unbeweglichkeit und Schmerzen.


Außerdem…

Neben der Ernährung und Gewohnheiten wie Rauchen, Alkoholkonsum oder Medikamentenmissbrauch, ist auch Bewegung entscheidend für ein gesundes Leben.

Bewegung macht dich zwar nicht gegen Rheuma immun, aber es leistet einen wichtigen Beitrag zur gesunden Funktion deiner Gelenke, sodass du auch in Zukunft von ihnen Gebrauch machen kannst. Auch stärkst du dein Immunsystem mit Sport, sodass du hoffentlich von Infekten und dergleichen verschont wirst.

Bei der Bewegung kommt es auf die Mischung aus Kraft und Ausdauer an. Krafttraining hilft dir, die Gelenke zu stärken und geschmeidig zu halten. Ausdauertraining hält dich ebenfalls gesund und hilft z.B., dass dein Blut gut zirkuliert, du mehr Sauerstoff bekommst oder mehr Fett verbrennst.


Zusammenfassung

Zu der Frage, ob man Rheuma vermeiden kann, biete ich dir einige Stichpunkte:

  • Rheuma ist ein chronischer Krankheitsverlauf, den jeder befallen kann
  • Sowohl hartes als auch weiches Gewebe ist von einer rheumatischen Krankheit befallen
  • Da die Ursachen zu vielfältig sind, kann nicht genau gesagt werden, weshalb einige Menschen an Rheuma leiden und andere nicht
    • Das macht theoretisch jeden zu einem eventuellen Betroffenen
  • Faktoren wie Rauchen, Alkohol, Übergewicht oder andere Krankheiten verstärken den Krankheitsverlauf und sollten unter Kontrolle gebracht werden
  • Eine entsprechende Ernährung, gepaart mit Bewegung und einer abgestimmten Therapie sind in den Alltag zu integrieren, um in Zukunft schmerzfrei leben zu können

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Bleib gesund und alles Gute!

Rheuma Deern

Als Berufsrheumatikerin habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, nicht nur meinen Leidensgenossen, sondern auch gemütlicher gebauten Menschen Hilfe zu geben, damit sie ihr Leben nicht nach einer Krankheit oder anderen Hindernissen richten. Ziel ist, dass sich die Krankheit dem Leben anpassen muss, nicht umgekehrt!

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Eine Antwort

  1. 4. Oktober 2020

    […] Kann man Rheuma vermeiden/ vorbeugen? […]

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