Rheuma: Tipps und Tricks für den Alltag (alles außer Kortison)

Niemand mag Rheuma, trotzdem haben es einige. Diese Menschen müssen sich im Alltag einigen Herausforderungen stellen, über die sich nicht-Betroffene keine Gedanken machen müssen. Hinzu kommt, dass es bei Rheuma verschiedene Grade des Schmerzens oder der Einschränkungen gibt. Mit einigen Tipps und Tricks bei Rheuma kann dir hoffentlich Abhilfe geschaffen werden.

Dabei wird unter Berücksichtigung der verschiedenen Beschwerde-Grade versucht, unterschiedliche Hilfen zu bieten, damit du dich nicht überfordert fühlst und nur machst, was auf dich zutrifft.

Tipps und Tricks bei Rheuma
Tipps und Tricks bei Rhema, Bild: Rheuma Deern

Rheuma Tipps und Tricks bei leichten bis keine Beschwerden

Auch wenn diese Patienten keine oder nur geringe Beschwerden haben, fühlen diese eventuell Leiden, die als Begleiterscheinung bei Rheuma entstanden sind. Einige, nicht alle, schauen wir uns jetzt an.

Müdigkeit/Erschöpfung

Über Müdigkeit ist bereits ein Beitrag geschrieben worden, den du dir hier durchlesen kannst. Müdigkeit kann sich bei der medikamentösen Therapie als Nebenwirkung einstellen. Aber Müdigkeit/Erschöpfung kann auch als Rheuma Begleiterscheinung auftreten.

In diesem Fall spricht man von Fatigue. Weshalb einige Krankheiten, wozu auch Rheuma zählt, Fatigue hervorruft, muss noch weiter erforscht werden. So oder so sorgt es für Antriebslosigkeit, auch wenn genügen geschlafen wurden.

Um gegen diese Antriebslosigkeit vorzugehen kannst du dir einige Sachen angewöhnen, die du nach und nach in deinen Alltag integrierst.

  • Frühstücke ballaststoffreich. Iss zum Beispiel ein Rheuma Müsli, Vollkornbrot und Obst mit Schale
  • Habe feste Schlafzeiten und schalte mindestens 1 Stunde vor dem Zubettgehen alle elektronischen Geräte aus
  • Bewege dich täglich zunächst moderat, später etwas mehr. Durch Sport regst du den Blutfluss an, atmest mehr und tiefer und wirst so wacher. Gehe täglich spazieren
  • Falls du an einem Tag viel vor hast, dann überlege dir, was Priorität hat und was warten kann. Wenn du weniger vor dir hast, dann bist du konzentrierter und weißt genau, dass du nicht alles, sondern nur einen Teil abzuarbeiten hast

Morgensteifigkeit

Auch Rheumatiker ohne Einschränkungen fühlen mit unter morgens steife Gelenke. Dem kann leicht geholfen werden!

Mache morgens gleich nach dem Aufstehen und einem Spritzer Wasser im Gesicht 5 Minuten Yoga. Die Bewegungen sind leicht, strengen trotz hoher Wirksamkeit nicht an und sorgt für besseres Atmen. Die sanften Dehnungen belasten den noch müden Körper nicht so sehr wie ein schweres Training am Morgen und du bekommst einen Frische Kick!

Falls du regelmäßig unter steifen Gelenken in den Händen leidest, dann solltest du dir angewöhnen ein Handbad der besonderen Art zu genehmigen. Habe dazu eine Schüssel mit Rapssamen gefüllt im Kühlschrank parat. Diese können Kälte lange speichern. Du kannst immer bei Bedarf mit deinen Händen in den Samen einige Minuten herumgreifen.

Auch gut: Daumen drehen. Lasse deine Finger einzeln um die anderen kreisen.

Heiße Gelenke kannst du mit Quark-Wickel bekämpfen! Kleistere dir den Quark auf die betroffenen Gelenke und umwickele sie ganz leicht mit einem Baumwolltuch. Du wirst sofortige Kühlung genießen dürfen.

Rheuma Tipps und Trick bei (schweren) Schmerzen

Auch wenn Medikamente vor Schmerzen bewahren sollen, kommen diese trotzdem vor. Dabei darf man sich nicht zu sehr anstrengen, um weitere Schmerzen oder gar Verletzungen zu erzwingen.

Bewegung

Oft braucht es kleine Schübe, die einem helfen, in eine Bewegung zu kommen. Nicht selten denken einige dann darüber nach, wie sie die Bewegung in Gang setzten, um so wenig Schmerzen wie möglich zu erzeugen.

Ein Trick, der mir in meinen schlimmen Zeiten geholfen hat, ist in die erste Bewegung ein- bzw. auszuatmen. Wenn du zum Beispiel sitzt und aufstehen musst, dann warte kurz, konzentriere deine Energie in die Muskeln, mit denen du dich aufsetzt und atme dann so lange aus, bis du endlich stehst.

Beim Laufen oder einfachem Gehen sollten kleine Schritte gemacht werden und möglichst mit dem Fuß abgerollt gegangen werden. Dazu setzt du einfach die Ferse zuerst auf den Boden und rollst den Fuß nach vorne hin ab.

Bezüglich deiner Mobilität solltest du generell etwa die doppelte Zeit einplanen, die du oder andere normalerweise schmerzfrei bewerkstelligen können. So fühlst du dich nicht gehetzt und kannst dir mit deiner Bewegung Zeit lassen.

Überlege dir auch, wo notfalls die nähst gelegenen Bus- und Bahnstationen liegen und wo es eventuell Fahrstühle gibt. Natürlich musst du dich auch bei Rheuma bewegen, aber es geht nun mal nicht immer, und dann ist es wichtig solche Notlösungen zu haben.

Falls du dich unterwegs in einer Menschenmenge befindest, die alle (dich eingeschlossen) eine Treppe rauf oder runter müssen, dann warte, bis die anderen vor gegangen sind. Es ist sehr unangenehm und schmerzhaft unter Druck Treppen steigen zu müssen, nur weil andere hinter dir schneller sind.

Sport

Sport ist wichtig, um die Gelenke zu schmieren und zu nähren (s.u.). Rheumatiker haben aber eine gegebene Ausrede, ab und zu auf Sport zu verzichten. Und zwar immer dann, wenn deine Gelenke heiß werden oder du dich beim Sport übernimmst und darauffolgend pausieren musst.

Damit du dich nicht verletzt, solltest du dir einige Tipps aneignen:

  • Wärme dich IMMER vor dem Sport auf. So beugst du eventuelle Schmerzen oder Muskelrisse vor und hilfst deinem Körper bei der Regeneration. Dehne dich anschließend
  • Höre sofort auf, wenn du Schmerzen hast. Weiter machen zeugt von falscher Selbstsicherheit
  • Achte bei Übungen darauf, die Gelenke nicht zu stark zu beugen, vor allem, wenn du ehe zu den Patienten gehörst, die unter sehr steifen Gelenken samt Schmerzen leiden
  • Ideale Sportarten sind Fahrrad fahren, Schwimmen oder Walking. Falls du untrainiert bist, dann sind tägliche Spaziergänge ein Muss, um fit zu werden
  • Nutze NICHT dein Körpergewicht, wenn du Krafttraining absolvierst. Deine Gelenke werden mehr belastet und mit Sicherheit verursachst du mehr Schmerzen, als wenn du es gelassen hättest.

Zu genaueren Informationen zu Rheuma und Sport biete ich dir diesen netten Bericht:

Gewürze bei Rheuma

Auch wenn es an Studien ein wenig mangelt, so haben Betroffene die Wirkung von Gewürzen zur Schmerzlinderung bestätigt. Ein Bekannter von mir in seinen besten Jahren hat mit folgender Gewürzmischung seine Schmerzen in den Knien (eigener Aussage nach) innerhalb einer Woche über spürbar weniger Schmerzen zu klagen.

Dafür hat er in gleichen Teilen

  • Muskatnuss
  • Thymian
  • Kurkuma

vermischt und täglich 1-2 Messerspitzen in Joghurt verrührt eingenommen. Auch in Wasser kannst du die Mischung einnehmen oder du verfeinerst deine Speisen damit.

Daneben kann ich auch besonders Thymian als Gewürz gegen Schmerzen empfehlen. Wenn du ihn täglich konsumieren willst, dann ist die schnellste und einfachste Lösung, einen Thymian Tee zu trinken. Dafür übergießt du einfach 1 TL Thymian mit heißem Wasser – und fertig!

Andere Gewürze die Entzündungen und Schmerzen neben einer entsprechenden Ernährung lindern können sind

  • Zimt
  • Anis
  • Koriander
  • Nelken
  • Vanille
  • Ingwer
  • Chili
  • Pfeffer

Du kannst auch Fertigmischungen kaufen. Dass macht den Konsum eventuell ein wenig einfacher.

Allgemeine Tipps und Tricks bei Rheuma, die in keine Kategorie fallen

  • Trinke aus Bechern oder Gläsern, an denen kein Henkel dran ist. So musst du deine Finger nicht vor Schmerzen krümmen, um die Tasse halten zu können
  • Nutze zum Kämmen Bürsten oder Kämme, die einen breiten Griff haben. Auch so soll, wie bei den Tassen, verhindert werden, dass du deine Finger zu sehr krümmen musst, um den Kamm zu halten
  • Bei Anziehen kann es hilfreich sein, den Stoff zwischen den Fingern geklemmt zu halten und dich dann anzuziehen. Dies dauert eventuell länger, verhindert aber auch, dass du deine Finger verletzt
  • Beim Kochen und Essen kannst du dich langsam an eine Rheuma geeignete Ernährung wagen. Wenn du zu Anfang etwa 70% deiner täglichen Nahrung entsprechend gestaltest und dich langsam steigerst, dann fällt dir die Umstellung leichter

Sei nicht schüchtern, wenn du Hilfe brauchst. Diese Rheuma Tipps und Tricks sollen unterstützend helfen, damit du lernst, mit der Krankheit klar zu kommen, da sie dich immer begleiten wird. Neben einer medikamentösen Therapie, Ernährung und Bewegung schaffst du vielleicht auch den Weg in eine schmerzfreie Zeit.

Falls einige von euch einen Tipp vermissen, dann teilt ihn uns mit, damit ihr anderen helfen könnt!

Rheuma Deern

Als Berufsrheumatikerin habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, nicht nur meinen Leidensgenossen, sondern auch gemütlicher gebauten Menschen Hilfe zu geben, damit sie ihr Leben nicht nach einer Krankheit oder anderen Hindernissen richten. Ziel ist, dass sich die Krankheit dem Leben anpassen muss, nicht umgekehrt!

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